Es war einmal ein Knall. Ja, ich denke der Traum fing mit einem Knall an.

Mein Gehirn war nicht fähig die Information zu verarbeiten die sich ihm unaufhörlich aufdrängte. Meine Augen schienen, als würden sie sich nie wieder schließen wollen. Mein Verstand schien auszusetzen. Ich starte Jesus an der zu meinen Füßen am Boden lag. Die Pistole in seiner Linken, Blutspritzer zu seiner Rechten und in der Mitte, zwischen seinen Augen, ein Loch, das nicht als solches erkennbar war. Ein roter Fleck aus dem immer mehr Blut strömte und quoll.

Ich wusste nicht was ich tun sollte, wie ich handeln sollte. Wie versteinert blieb ich stehen und starrte in die Augen die erbarmungslos ohne ein erkennbares Zeichen zurückstarrten, als wollten sie jedes Gefühl aus mir heraussaugen. Ich sah die Blutspritzer die sich auf den weißen Kacheln verteilten. Ich sah alles und auch nichts.

Wieso hatte er das getan?, fragte ich mich und wusste, dass er sich auch nicht dazu bequemen würde, mir zu antworten. Jesus. Tot. Nicht, dass ich an ihm gehangen wäre, nicht dass uns irgendetwas verband, aber da war etwas.

 Da war schon alleine die Vertrautheit unserer komischen träumerischen Auseinandersetzungen und Begegnungen. Auch wenn sie mich noch so sehr das Fürchten gelehrt hatten – wir kannten uns. Er wusste wie man mich fertig machte und ich wusste wie man mit dieser „Gabe“ umgehen konnte. Meistens. Nur jetzt nicht.

Ich hatte gedacht, ich hätte schon alles erlebt, wäre nicht mehr zu schocken, fünf Minuten – eine Leiche – später war ich ratlos, geschockt. Wortlos. Gefühllos. Leer. Ausgehöhlt. Taub.

Irgendwie tat es mir weh zu wissen, dass ich ihn nie wieder sehen würde. Der Gedanke schmerzte und ich fragte mich wer mich wohl in Zukunft in meinen Träumen besuchen kommen würde. Ich wollte ihn, Jesus, zurück, sehnte mich nach seiner Art, wie er mich verfolgte, mir Dinge aufzeigte, mich verarbeiten oder auseinander setzen ließ.

Eine Träne rollte einsam klar über meine Wange, meinen Blick nicht abwendend.

Plötzlich krümmte er sich, lachte, gackerte wie ein Irrer. „Arschloch“, sagte ich und verließ das Bad. Sein Lachen verfolgte mich in die kleinste Ecke der Wohnung. All die Gefühle der Trauer und des Schmerzes waren unwiederbringlich da, als hätte ich ihn verloren und da lag er nun und lachte und lachte und lachte… Er hatte mit mir gespielt.

Dann wachte ich auf. Lachend.

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