Mein Traum-Projekt ist zu Ende. Nun zur Erklärung von ihm.
Das Projekt war in 7 Träume gegliedert bei denen 2 das Außenleben/die Außenwelt darstellten (Nur ein Tier, Komm doch), 4 das Innenleben skizzierten (Die Fremde, Seelenheil, Badezimmerspielchen) und ein Traum der das absolute Ende, des „Albtraums Ende“, darstellte. Geträumt wurden diese (wirren?) Träume von einer Frau deren Innenleben immer mehr aus dem Gleichgewicht kommt.
Außenleben/Außenwelt:
Nur ein Tier; Die Protagonistin deren Namen man nicht erfährt, kann noch Unterschiede zwischen Traum und Wirklichkeit feststellen und es gibt noch Szenenwechsel, was das Ganze noch traumtypischer macht. Man merkt, dass eine Zerissenheit zwischen der Blondine und Jesus herrscht was sich auch noch zusätzlich im Titel „Nur ein Tier“ wiederspiegelt und auf den Song Tier von Rammstein hinweist. Der Schrei der Blondine weist darauf hin, dass etwas ganz und gar nicht stimmt, aber noch sind Jesus und sie ihr gut gewillt. Sie verhalten sich zwar sehr kryptisch (traumhaft), aber es gibt keine Angriffe/Übergriffe.
Komm doch; Die Protagonistin wendet sich gegen das, dass sie schon kennt (den Nebelwald) und als sie zu ihm zurückkommt, stösst er sie ab. Den Titel bzw. den Ruf Jesus’ kann man als eine Doppeldeutigkeit auffassen, die auf ein sexuelles Verhältnis oder eine sexuelle Anziehungskraft zu Jesus hinweisen bzw. nach einem Wunsch nach mehr/etwas. Sie überlegt, ob sie sich ihm anschließen soll, ob sie tun soll was er von ihr will. Weiters hat sie erste Suizidgedanken, die durch den Einwurf „Das Leben ist schön“ nicht beiseite gewischt werden (im Gegenteil!). Der letzte Satz „Aber nicht für immer.“ deutet darauf hin, dass sie noch einmal (ein letztes Mal?) zum Nebelwald kommen/gelangen wird.
Noch konnte sie den Schauplatz verlassen wie sie wollte.
Innenleben:
Die Fremde; Dieser Traum zeigt das erste Mal mehr von ihrem Innenleben und deutet auf eine gewisse Zwiegespaltenheit (Paradoxie) hin. Die Frau hat zwei Seiten. Und wieder ist die Frage zwischen Leben und Tod. Der Spiegel, der das erste Mal auftaucht, könnte auf eine Verzerrung des Selbst- und Fremdbildes hindeuten. Der Titel weist darauf hin, dass ihr der glücklichere Traumteil fremder erscheint, als der unglückliche – Depression?
Seelenheil; Schon die Einleitung des neuen Traumes deutet auf Schlaflosigkeit und eventuell auch auf eine Verfolgung durch die komischen Träume hin. Die anfängliche Schilderung ihrer momentanen Gefühlslage zeigt, dass es kein inneres Gleichgewicht gibt und des öfteren Schwankungen zwischen glücklich und unglücklich (der Verdacht einer Depression erhärtet sich zunehmens). Das erste Mal tritt im Innenleben Jesus auf und das zeigt, dass Jesus mit einem inneren Problem, ja, sogar Kampf, zu tun haben könnte. Sie wendet sich das erste Mal gegen ihn und das obwohl er nichts (provizierendes) getan hat. Auch, dass sie nicht besonders erschrocken über die Verletzung ist, sie sogar ein bisschen bewundert, könnte auf Masochismus/Selbstverletzung hindeuten oder auf innere Narben, die noch nicht verheilt sind. Es könnte aber auch heißen, dass sie das erste Mal die Gefahr von Jesus erkennt und dass Handeln gegen ihn (ungeahnte) Konsequenzen haben kann. Man kann Traum und Wirklichkeit als Leser nicht mehr wirklich auseinanderhalten. Der Titel des Traumes kann daraug hindeuten, dass sie sich nach Seelenheil sehnt.
Badezimmerspielchen; Jesus wendet sich das erste Mal gegen sie und es scheint, als würde er ihren Suizidwunsch parodieren. Ihr ist nicht wohl bei dem Gedanken Jesus zu verlieren, obwohl ihre Gedanken auch zeigen, dass da kein engeres Verhältnis ist (sein darf?). Dass die Protagonistin lachend aufwacht könnte entweder darauf hindeuten, dass sie sich mit dem Gedanken von Verlust eines Menschen bzw. Suizid abgefunden hat, aber auch, dass es die ersten Anzeichen Wahnsinns udnn Selbstkontrolle sein könnten. Der Titel verdeutlicht nur, dass Jesus mit ihr gespielt hat.
Herzeleid; Beide liegen nebeneinander im Bett und es kommt das erste Mal das Gefühl hoch, dass auch Gefühle wie Liebe im Spiel sein könnten, da sie seinen Körper erforscht. Dass die Protagonistin eine Beziehung zu ihrer Traumfigur aufgebaut hat, verdeutlicht noch zusätzlich, dass sie psychische Probleme hat. Man merkt, dass sie sich nach Liebe und Nähe Jesus’ sehnt, doch der liegt eiskalt (tot?) neben ihr und sie fühlt sich trotz der Nähe einsam, vergießt sogar eine Träne. Dem letzten Satz („Seine Hände um meine Hüften gelegt, sein Bein um meines geschlungen, schien er mich nicht loslassen zu wollen, nicht ahnend, dass ich mich immer weiter von ihm entfernte.„) kann man auch eine besondere Bedeutung zumessen, da klar wird, dass alles geplant war.Der Titel weist auf den Schmerz der Frau hin und kann ein Wink zu dem Rammsteinlied sein. So auch zu dem mittelalterlichen Namen Herzeloyde.
Des „Albtraums Ende“:
Lullaby; Der letzte Traum. Sie begeht nun endlich Selbstmord und träumt den letzten Träum während sie ihre letzten Atemzüge macht. Dramatisiert wird das Ganze durch die Schilderungen der Anstrengung die sie durchleiden muss und dass sie endlich bekommt nach was sie sich so sehnt; einen Kuss von ihrem Gebliebten (?) Jesus (oder das Ende von ihrem Leben).Ob es lediglich ein Abschiedskuss oder eine Erwiderung der Gefühle war, erfährt man nicht, aber durch seine traurige Frage scheint er die Zeit mit ihr genossen zu haben (, wenn er das auch nicht zeigen konnte). Es ist auch möglich, dass er eine Projektion einer realen Person ist und sie so damit abschließt oder so ihre Gefühle offenbart. Man bekommt das erste Mal einen Einblick in die reale Welt und man kann zum Beispiel Dank der kurzen Spiegel-Schilderung Parallelen zwischen den Träumen und der Protagonistin feststellen. Der Titel Lullaby bezieht sich auf das englische Wort lullaby das so viel wie Schlaflied oder Wiegenlied heißt. Man kann es so verstehen, dass sie endlich in den Schlaf gewiegt (geküsst?) wird nach dem sie sich so sehnt.
Die ganzen Feststellungen sind nur Überlegungen und bieten die Möglichkeit für eine Interpretation. Den Gedanken und Überlegungen sind natürlich keine Grenzen gesetzt und deswegen sehe ich meine „Erklärung“ eher als eine Überlegung und wie man es sehen kann. Ich habe all diese Träume nie geträumt und sie nur zu einer Geschichte zusammengesetzt. Es ist kein Wunschdenken (ich möchte nicht Selbstmord begehen!) und ich hoffe das Gelesene hat gefallen. Und wenn schon nicht gefallen, dann zumindest provoziert, geschockt oder nachdenklich gemacht.
(Für Sarah. Damit sie endlich wieder etwas zu lesen hat.)