Selten aber doch bin ich mal stolz auf mich und es wurde wieder so ein Fall geboren – meine letzte Deutsch-Schularbeit zum Thema Koma-Saufen. Die Angabe lautete: Beziehe zum Thema „Jugendalkoholismus“ Stellung und berichte in diesem Zusammenhang von deinen Eindrücken und Erfahrungen! Worin könnten die Gründe liegen, dass so viele Jugendliche zu Alkohol greifen? Biete Vorschläge an, wie man das Problem in den Griff bekommen könnte! Was hältst du von der geplanten Ausweispflicht für Jugendliche? Verwende in deiner Arbeit auch die Meldung aus dem Kurier vom 2.4.2007 (Beilage)!
Es gab eine kurze Text-Passage und den schon oben erwähnten Zeitungsbericht zur Hilfenahme.
Erörterung Thema 3

Sie schmecken süß, manchmal auch leicht bitter und es gibt sie in allen erdenklichen Farben wie Rot, Orange und Blau. Die Rede ist von Alkopops, die für Jugendliche immer verführerischer werden.
85% aller 11- bis 19-Jährigen greifen zu den bunten Mischgetränken, bei denen man den Alkohol meist gar nicht herausschmeckt. In Supermärkten sind sie in einer verblüffenden Vielzahl erhältlich und troz erhöhter Alkoholsteuer noch immer leicht erschwinglich.
Wenn man unter 16 ist und es nicht schafft sich die Getränke selbst zu besorgen, schickt man einfach einen älteren Freund. (Alkoholtrinker müssen doch zusammenhalten!)
Trinken gilt als cool und als Jugendliche erlebe ich es nicht selten, dass sich andere Jugendliche damit brüsten, dass sie am Wochenende wieder „voll zu waren“.
Doch das Trinken, das meist ins „Koma-Saufen“ mündet, findet mittlerweile nicht mehr nur in den eigenen 4 Wänden statt, sondern auch in angesagten Clubs und auf Flatereate-Partys. Man bezahlt einen festgelegten Preis und kann so viel trinken, wie man will ( – da freut sich das leicht mitgenommene Jugendlichenherz). Wirte weisen jegliche Schuld von sich, denn „Koma-Saufen“ spiele sich ja ausschließlich in den eigenen 4 Wänden ab. Doch wiese trinken Jugendliche so viel?
„Na, weil mir manchmal fad ist“, äußert sich ein Jugendlicher zu dem Thema.
Durch Alkohol können Heranwachsende auch ihre Sorgen vergessen. Stress in der Schule oder Streit mit den Eltern – im komatösen Zustand und dem Rausch ist alles vergessen.
Besonders Jugendliche, die zu Depressionen neigen, vergessen sich (liebend) gerne, wenn sie schon einges intus haben.
Ein Punkt ist sicher auch, dass man sich gegen die Eltern auflehnt, die einen solchen Trend sicher in sehr seltenen Fällen gutheißen werden. Es kann aber auch vorkommen, dass Alkohol in der eigenen Familie als etwas sehr gutes und schönes angesehen wird und dass es dann so verharmlost wird.
Alkohol senkt die Hemmschwelle nachweislich. Nicht selten „führen sich die Jugendlichen auf“ und verbringen im Rausch intime Stunden miteinander. Eine Freundin von mir hätte sich einmal fast mit einem 30 Jahre älteren Mann eingelassen, wenn man sie nicht weggezogen hätte.
Ein Arzt der Wiener Rettung, Michael Zupancic, meint, dass es immer extremer und immer jünger werde. (Er muss es ja wissen, denn) 1-8 Jugendliche kommen jedes Wochenende ins Wiener AKH. Doch wie kann man den Trend stoppen?
Die Ausweispflicht wäre ein Schitt in die richtige Richtung. Sie würde aber nur das öffentliche Trinken eindämmen oder dazu führen, dass Ausweise gefälscht werden.
Man könnte Jugendlichen aber auch andere Freizeitbeschäftigungen anbieten, denen sie in eienr Gruppe nachgehen könnten. Zum Beispiel Jugendcafés oder Jugendtreffs könnten Abhilfe schaffen.
Letztendlich wird auch wichtig sein, dass die Eltern darauf achten, ein Vorbild zu sein. Alkohol sollte in der Familie nicht als etwas angesehen werden, dass keine Konsequenzen hat.
Kampagnen in Schulen könnten für bessere Aufklärung sorgen, denn ich denke, dass viele Jugendliche nicht wissen, was sie ihrem Körper alles antun.
Die Gesellschaft leistet aber auch einen wichtigen Beitrag den Alkoholkonsum in die Höhe zu treiben. In Filmen werdenmeist sympathische Leute im Rausch „abgeschleppt“, in Werbungen ist Sekt das ideale Mittel, um auf tolle Ereignisse anzustoßen und der 16.Geburtstag wird am besten berauscht in einem angesagten Club gefeiert. Ich denke, dass man dagegen auch etwas tun sollte; es zum Beispiel nicht mehr so verherrlichen, Alkoholwerbung seltener senden, auf Nebenwirkungen und Schäden aufmerksam machen,…
Wenn Alkoholismus schon zu einer Sucht geworden ist und man ohne Alkohol keinen Spaß mehr haben kann, wäre der letzte Ausweg aus dem Teufelskreis, eine Entziehungskur zu machen.
Ich persönlich stelle mich bewusst gegen den Trend, denn ich denke, dass es sinnvollere (und gesündere) Arten und Wege gibt, seine Freizeit zu gestalten. Letztendlich liegt es an den Jugendlichen, Verwantwortung zu zeigen, denn ich denke, man kann noch so viele Maßnahmen treffen; es wird immer einen Weg geben, um an Alkohol zu kommen.
Die Zukunft wird zeigen, wie viel man Jugendlichen Zumuten kann.
Die Frau Professorin W schrieb Folgendes:
Deine Arbeit ist inhaltlich sehr gut gelungen. Du hast die Informationen aus dem Zeitungsbericht und der Themenstellung sinnvoll eingebaut und und für die Argumentation genützt.
Der Aufbau ist gut überlegt, die Einleitung ist wirkungsvoll [na klar, ich bin 15 Minuten dran gesessen, an den Überlegungen]. Du bist auf sehr viele Aspekte eingegangen und hast auch eigene Vorschläge zur Prävention gemacht.
An einigen Stellen sind die Forulierungen allerdings nicht ganz gelückt [im Nachhinein natürlich ausgebessert]. Wegen der oben genannten Vorzüge dennoch
Sehr Gut