„Wahrheiten sind so zerbrechlich wie die Menschen, die sie erschaffen.“
Andreas Steinhöfel

Ich denke einigen von euch wird dieser Mann nicht sonderlich bekannt vorkommen. Kein Prominenten-Gesicht und auch kein Name der einem jeden geläufig sein muss, aber bitte unterschätzt ihn nicht. Dieser Mann ist ein Genie seines Faches. Er ist Autor. Ein großartiger Autor.
Erst einmal zu seiner Person.
Andreas Steinhöfel wurde am 14.Januar 1962 in Battenberg, Deutschland, geboren. Anfangs wollte er Biologie und Englisch studieren und Lehrer werden, doch er entschied sich letzten Endes für Anglistik, Amerikanistik und Medienwissenschaften. Sein erstes Jugendbuch erschien 1991 unter dem Titel Dirk und Ich, aber größerer Beliebtheit erfreuten sich Paul Vier und die Schröders (in Deutschland an den Schulen Standardlektüre) und Die Mitte der Welt die mehrfach ausgezeichnet wurden.
Nebenbei übersetzt er Bücher, arbeitet für den Rundfunk und schreibt unzählige Drehbücher (unter anderem etwa 40 Folgen des Käptn Blaubär Clubs). Heute wohnt er in Berlin.
Mein persönliches Lieblingswerk von ihm…

Phil ist siebzehn Jahre alt, hat eine Zwillingsschwester (Dianne), eine beste Freundin (Kat), eine etwas verrückte Mutter (Glass) mit einem Männertick und eine Liebe – Nicholas. Die Geschichte behandelt nicht in erster Linie die Homosexualität Phils sondern stellt die Schwierigkeiten vor, mit denen er sich alltäglich auseinandersetzen muss.
Phil wohnt mit seiner Mutter und seiner Schwester in einem riesigen Gutshaus (Visible) etwas abseits eines Ortes. Die Bewohner verstehen die etwas schrullige Familie nicht, und es gibt kaum Kontakt zwischen den drei Hausbewohnern und den Menschen aus der Umgebung. Ausnahmen sind Phils Mentorin, eine Rechtsanwältin (Tereza) und seine Freundin Kat, die Tochter des Schuldirektors, die immer wieder gegen die Verbote ihrer Eltern verstößt, um Phil zu besuchen.
Die Erzählung erklärt durch Anekdoten die Vergangenheit der Familie, mit Geschichten über den nicht vorhandenen Vater, einen Onkel als Vaterfigur, Kindheitserinnerungen von Phil und Dianne. Episoden der Gegenwart handeln unter anderem von Phils Liebe zu Nicholas, Gespräche mit seiner Mentorin und Streitigkeiten zwischen seiner Schwester und seiner Mutter.
Ich habe die Inhaltsangabe kopiert, da ich sie nicht so präzise und gut wiedergeben könnte… Hinzufügen muss ich, dass er die Charaktere wundervoll herausgearbeitet hat, dass manche Elemente genial sind und dass man das Buch nicht aus der Hand legen kann (und auch gar nicht möchte!).
Gelesen habe ich noch Trügerische Stille und David Tage Mona Nächte.
Ich schätze seinen unheimlich lockeren und wortgewandten Schreibstil, der jedes Buch zu einem kleinen Abenteuer werden lässt und seine Bücher garantieren ein Mifiebern von der ersten bis zur letzten Seite. Lest Die Mitte der Welt!
Wer neugierig geworden ist oder Lust nach mehr bekommen hat, schaut einfach auf seinem Blog rein.
Quellen: Zitat, Bild 1, Bild 2, Inhaltsangabe